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Regelmäßige Entspannung

Entspannung: Ein lebenswichtiges Prinzip

Stress, Belastungen, familiäre oder berufliche Sorgen haben Auswirkungen auf die Gesundheit. Es gilt die Mechanismen, wie Stress in unserem Körper wirkt, zu verstehen und der Belastung entgegenzusteuern.

In allen organischen Systemen gibt es einen Wechsel zwischen erhöhter und verminderter Aktivität, zwischen Anspannung und Lockerung, Zusammenziehen und Ausdehnung, Systole und Diastole. Für die Funktionstüchtigkeit eines Organismus ist die Balance zwischen Anspannungs- und Entspannungsphasen wichtig. In ein normales Leben mit seiner alltäglichen Anstrengung und Mühe gehören selbstverständlich ausreichende Phasen der Ruhe und Entspannung.

Belastungen, die die Kräfte des Körpers über einen längeren Zeitraum übersteigen, sind genauso unnatürlich und schädigend wie zu lange Phasen der Passivität und Immobilität. In allen Kulturepochen und Bevölkerungsgruppen haben sich aus dem Wissen um die Notwendigkeit von Entspannung und Ruhe heraus verschiedene Praktiken entwickelt, die dem Körper und der Psyche Erholung und Schutz vor Überlastung bieten:

  • Vor-sich hin-Dösen
  • Kurzschlaf (Siesta)
  • Ausschlafen
  • Meditieren und Beten
  • gesellige Unterhaltungsformen
  • Yoga/Qi Gong
  • Spielen
  • Tanzen, Singen, Musizieren
  • Urlaub, u.a.m.

Jeder Mensch braucht Erholungsphasen. Nicht nur der alljährliche Urlaub ist wichtig für Ihr inneres Gleichgewicht, sondern auch tägliche Ruhephasen. Nehmen Sie sich täglich mindestens 15 min Zeit für Entspannung

Tipp: Betrachten Sie diese Zeit als Ihre persönliche stressfreie Zone, suchen Sie sich dafür einen ruhigen Ort an dem Sie ungestört sind und schalten Sie das Mobiltelefon aus.

Viele Menschen praktizieren diese natürlichen Entspannungsmöglichkeiten nicht mehr, geraten aus dem Gleichgewicht und es kommt dann oft in Verbindung mit chronischem Stress zu körperlichen und psychischen Erkrankungen, die eine Behandlung notwendig haben. Im klinischen Bereich wurden deshalb eigene Entspannungsverfahren entwickelt:

  • Hypnose
  • Autogenes Training
  • Progressive Muskelentspannung
  • imaginative und meditative Verfahren
  • Biofeedback

Krankes Herz durch Dystress

„Sich etwas zu Herzen nehmen“ heißt es schon umgangssprachlich. Als nur sinnbildlich gemeint und wissenschaftlich ungesichert, verwarfen Kardiologen bisher meist die Zusammenhänge zwischen Herz und Psyche. Studien, die noch nicht sehr viel Aufmerksamkeit erhalten haben, sprechen allerdings eine andere Sprache. Auf Dauer bewirken vor allem die Gefühle Feindseligkeit, Depressivität, Überlastung, Angst und Ärger eine Herzschädigung. Wissenschaftliche Studien belegen eindeutig, dass bestimmte psychosoziale Einflüsse eigenständige Risikofaktoren der koronaren Herzkrankheiten sind. Mengenmäßig ist die Bedeutung dieser Risikofaktoren gleichzusetzen mit dem Einfluss von körperlicher Bewegungsarmut oder Zigarettenkonsum.

Andauernder Ärger oder Frust können dann zum Herzinfarkt führen, wenn diese Gefühle als Stress erlebt und nicht abgebaut werden können. Stressreaktionen kommen in Situationen vor, in denen Menschen mit einer Herausforderung oder Bedrohung konfrontiert werden. Ist unser Verhalten mit Erfolg oder Belohnung verbunden, oder schaffen wir es, die Situation zu kontrollieren, spricht man vom Eustress. Anders verhält es sich mit dem Dystress. Das sind frustrierte Anstrengungen und sie sind definiert durch eine wiederkehrende, lang andauernde Verausgabung mit unsicherem Erfolg, fortgesetzter Bedrohung oder Kontrollverlust.

Auslöser von Dystress

Die frustrierende Situation am Arbeitsplatz, ohne Aussicht auf Aufstieg, ohne Anerkennung und eigene Verantwortung, zynische, feindselige Einstellungen sowie aggressive Gefühle gelten als besonders günstiger Nährboden für die Entstehung von Dystress. 

Das Herz ist aber auch auf positive Weise durch Gefühle zu beeinflussen. Leben wir nämlich in einem sozialen Netz, durch das wir wechselseitig Wertschätzung, Vertrauen und Hilfsbereitschaft in allen Lebenslagen erfahren, kann dies das Ausmaß des erlebten Dystress mildern. Richtungweisend war hier unter anderem die kalifornische Alameda – County - Studie (Berkmann 1979), die ein deutliches Ergebnis aufwies: Je besser der soziale  Zusammenhalt, desto niedriger ist das Sterberisiko.

Quellennachweise:

  • Dr. med. Alexandra Kostrba Steinbrecher, modifiziert aus Vaitl u. Petermann, Handbuch der Entspannungsverfahren, Band 1 1993
  • Kardiologie - Ärzte Woche, 16. Jahrgang Nr. 5, 2002

Bildquelle: www.freedigitalphotos.net